Lehren des Lebens

Puh, ich hatte keine Ahnung wie schwer es manchmal ist jemandem zu erklären warum man etwas so sagt, oder schreibt, wie man es eben schreibt. Ich meine was antwortet auf Fragen wie: "Was geht nur in deinen Kopf vor?" oder "Hast du denn nie daran gedacht etwas anderes zu machen?"
Nein, ehrlich gesagt nicht wirklich. Im Zuge der nervigen Angriffe habe ich natürlich das erst Beste getan was mir in den Sinn kam: Ein Gedichteband in die Hand genommen. Eines führt zum Andern und letztendlich kam folgendes heraus:

Vermagst du der gefährlichen, einsamen Stille entgegen zu treten, deinen Geist auf eine Reise zu schicken, unwirklicher, fantastischer als alles was bei Tageslicht deine Augen erblicken könnten? Kannst du, engstirnig und verbittert, verwelkt, wie du bist, deinen Horizont erweitern, allem was man dich lehrte abschwören, für einen einzigen Augenblick des Glücks, der Erleuchtung, die sich warm und sanft auf deine Seele legt, kühle Worte flüsternd die schöner sind als jedes Wort, jede Melodie die du zu hören gesegnet warst?
Glaubst du an das, was im Traume dir erscheint? Engelsgleiche Gestalten, nichts weiter als eine Illusion und doch die Propheten deiner sehnlichsten Wünsche, deiner verdorbensten Phantasien, deiner verbotensten Gedanken?
Was unmöglich scheint, unnahbar , kalt, entpuppt sich als ein Feuer, es zieht dich an wie das Licht die Motten. Erkennst du die Gefahr? Verbrennst du dir die Finger, den Leib, das Herz? Paralysierende Wärme, lodernde Flammen die dich erblinden lassen und doch der einzige Lichtschimmer in der undurchdringbaren Schwärze deiner Selbst.
Suchst du in Anderen nach dir Selbst? Nach deiner Leidenschaft die sich im bebenden Körper deines Geliebten widerspiegelt, deinen Herzschlag in der Melodie eines melancholischen Liedes, deinen Geist in verbotenen Früchten?
Lehrt dich das Leben genügsam zu sein, zu nehmen was es dir gibt, niemals mehr zu verlangen als dir gebührt? Lasse dich leiten von deinen Wünschen, und seien sie nichts weiter als Luftschlösser, Ausgeburten trauriger Erinnerungen und glücklicher Geschichten. Willst du ein Held sein, suche nicht nach Drachen, sei der Drache, beschütze deine Seele als sei es deine Behausung, deine Burg, lass giftige Worte wie einen Feuerregen auf die niederprasseln die sich dir in den Weg stellen, vernichte Jene die dir Böses wollen und nimm wonach es dir Gelüstet. Doch bedenke, trittst du ein in die Untiefen rücksichtsloser, tyrannischer Herrschaft, wirst du verachtet, gehasst, gefürchtet.

"Eins, lernt man im Leben doch- entbehren.
Und ganz gewiss -ob früher oder spät-
Des jungen Herzens ungestümes Gähren vergeht."- Rainer Maria Rilke


Ich glaube einige meiner Freunde würden ernsthaft in lautes Lachen ausbrechen, sollte ich jemals der geistlosen Idee zum Opfer fallen ihnen meine Gedankengänge nahe zu bringen.
aber wie sagt man so schön? Die Gedanken sind frei

2.10.13 20:25

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